Nur für Neukunden | Kommerzieller Inhalt | 18+

Die WM 2018: Ein besonderes Turnier

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich so gut wie sicher für die WM in Russlandqualifiziert. Die anderen Nationen haben dies zu großen Teilen noch nicht, Die Paarungen stehen daher natürlich noch nicht fest und auch die deutsche Mannschaft weiß noch nicht, mit wem sie es im Verlauf des Turniers zu tun bekommen wird.

Allerdings sind einige Dinge bereits klar:

Deutschland wird vermutlich als Gruppensieger in das Turnier ziehen. Der Bonus als Titelinhaber hat keine Bedeutung außer einer psychologischen Komponente bei den Gegnern, die gegen den Weltmeister antreten müssen. Als Gruppensieger wird man indes in einen Lostopf gesetzt, der eine einigermaßen ertragbare Vorrunde garantiert.
Auch bei der WM 2018 dürfte Deutschland damit zumindest einen sicheren Vorstoß in das Achtelfinale planen können, wenn die KO-Spiele beginnen und damit jeder Vorteil der gesetzten Favoriten hinfällig sind.

Wie die Gruppen gesetzt werden

Fan mit Fahne

Auch in Russland werden die Regeln einer WM gelten: Der Veranstalter und auch die Fans rund um die Welt wünschen keine Vorrundengruppe mit Deutschland, Brasilien, Argentinien und Italien und andererseits eine Vorrundengruppe mit Saudi-Arabien, Nordkorea, Togo und Tansania: Ein gewisses sportliches Niveau sollte auch in den späteren Runden gewährleistet sein.
Daher werden die Mannschaften nach ihren aktuellen, auch aber ihren vergangenen Leistungen gesetzt. Ein relativ ausgewogener Modus sorgt dafür, dass vergangene Titelträger nicht zwingend gesetzt sind, dennoch aber einen gewissen „Bonus“ gegenüber Nationen ohne fußballerische Vergangenheit haben. Dies ist sicher im Sinne aller Teilnehmer und vor allen Dingen im Sinne aller Beteiligten.

Glorreiche Vergangenheit

Deutschland hat gegen Russland eine wenig bewegte fußballerische Geschichte. Allerdings wurde gegen die damalige Sowjetunion im Jahr 1972 mit 3:0 gewonnen. Noch heute wird gesagt, dass die Mannschaft um Beckenbauer und Netzer die womöglich beste Mannschaft aller Zeiten war – sogar unabhängig von ihrer Nationalität.

Ist Deutschland bereit?

Fan

 

Den WM-Titel zu verteidigen, wird sicher schwer: Mario Götze, der das Siegtor 2014 erzielte, ist weit von einer akzeptablen Verfassung entfernt. Thomas Müller scheint sich an einem Punkt seiner Karriere zu befinden, die eine weitere Beschäftigung im Nationalteam eher unwahrscheinlich macht. Die „goldene Generation“ um Lahm und Schweinsteiger ist abgetreten und viel ist nicht in Sicht: Dass ein Sandro Wagner der erfolgreichste deutsche Torjäger ist, spricht Bände…
Ein Favorit auf den Gewinn der WM 2018 ist das DFB-Team zweifellos nicht.

Die WM in Russland als politischer Faktor

Die WM 2018 wird sicher im Zeichen der politischen Situation auf der Welt stehen. Russland steht im Verdacht, weltweit Konflikte zu beginnen oder zumindest zu befördern. Durch die Krise in der östlichen Ukraine und die massive Aufrüstung der ohnehin übergroßen Streitkräfte gilt Russland mittlerweile in der europäischen Völkerfamilie als eine Art Paria. Die WM 2018kann hier sicher verlorenes Vertrauen wieder aufbauen: Wer immer als Tourist nach Russland fährt, wird tief bewegt von der Mentalität, von der Warmherzigkeit und der Güte der dortigen Menschen zurückkommen. Wer Russland kennt, wird es sicher nicht als gewalttätig und gefährlich ansehen.
Es wird indes auch Aufgabe der russischen Verwaltungsarchitektur sein, die WM 2018 zu einem Fest der Völker zu machen und nicht zu einem Fest der nutzlosen Bürokratie. Es gibt vermutlich kaum ein Land im zivilisierten Kulturkreis, in dem es langwieriger, schwieriger, deprimierender und teilweise auch teurer ist, einzureisen und normalen Tätigkeiten des Alltags nachzugehen. Auf der anderen Seite gibt es vermutlich kaum ein Land, in dem man als Gast besser beschützt wird. Die russische Gastfreundschaft übersteigt jede westeuropäische Vorstellung: Ein Land, das es aus zahlreichen Gründen zu besuchen lohnt und das man nicht vergessen wird.

Die WM 2018 als Abenteuer

Torhüter und Ball

Eine Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ist für den Fan eine gewisse Herausforderung: Es wird in vielen Zeitzonen gespielt. Wer heute eine Reise buchen möchte und nur den Spielen der deutschen Nationalmannschaft beiwohnen möchte, muss damit rechnen, dass er oder sie womöglich Tausende von Kilometern reisen müssen wird.
Auf der anderen Seite muss man natürlich begreifen, was für ein einzigartiges Erlebnis es sein wird, dieses fantastische Land zu bereisen. Alle teilnehmenden Städte sind Metropolen aus einer sogar in sich selbst sehr verschiedenen und anderen Welt.

Hier stellt sich natürlich die Frage der finanziellen Machbarkeit: Kommt es tatsächlich dazu, dass Fußball ähnlich wie Tennis irgendwann nur noch von den Wohlhabenden der Welt besucht wird, da der Arbeitersport für einen Arbeiter unerschwinglich geworden ist? – Der Verdacht ist nicht vollkommen unberechtigt, wenn man die letzte Weltmeisterschaft in Brasilien bedenkt und dazu die Vergabe des nächsten Turniers in das dafür überhaupt nicht geeignete Katar. Es bleibt zu hoffen, dass ein Turnier in Russland den sportlichen und auch den völkerverbindenden Charakter im Vordergrund haben wird. Katar sollte vor diesem Zusammenhang als Unglück der sportlichen Geschichte abgehakt werden.
Nicht korrekt ist es indes, Russland und Katar gleichermaßen Korruption vorzuwerfen oder die generelle Eignung als Gastgeber abzusprechen. Hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen den beiden Staaten.

Die russische Regierung scheint die Einwände der Fußballwelt gegen die WM 2018 indes zur Kenntnis genommen zu haben: Staatspräsident Putin hat angekündigt, dass es keinem Fußballfan aus den teilnehmenden Ländern zu teuer werden wird, seine oder ihre Mannschaft zu begleiten.
Russland wäre hier gut beraten, die Gebühr für ein Visum zumindest für die Dauer des Turniers abzuschaffen. Derzeit fallen etwa EUR 100,- an, um das Land überhaupt bereisen zu dürfen. Die Bearbeitungszeit für einen Antrag hat dazu teilweise sozialistische Ausmaße. Die Differenzen zwischen Russland und den USA sollten nicht dazu führen, dass die WM 2018 als ein schlechtes Turnier in der kollektiven Erinnerung der Menschen bleibt.
Im Gegenteil sollte die WM 2018 der Auftakt zu einer wirklichen Freundschaft zwischen den russischen Menschen und den Menschen rund um die Welt bedeuten. Die Welt wäre dankbar und weniger angespannt, viele Menschen könnten ein faszinierendes Land entdecken und die WM 2018 würde ein tolles Turnier werden – am Besten mit einem überraschenden Sieger: Deutschland.